Anarchistisches Café am Fr., 24.11.

(english below)

Diesmal wird es kein Programm, dafür umso mehr Raum und Zeit fürs Plaudern, Austauschen, Tee- oder Kaffeetrinken geben.

Wir freuen uns über euer Kommen!

Offen ab 18:30-22:30

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This time there will be no event, but hence more time and space for chatting, exchange and drinking tea or coffee.

We are looking forward to seeing you!

Open from 18:30-22:30

So, 19.11.: Wie gehen wir miteinander um und was hat das mit Kommunikation zu tun?

Anarchistisches Café am So, 19.11.:

In unseren letzten Diskussionen haben wir uns damit beschäftigt wie wir unsere Botschaften an Andere, Nicht-Anarchistinnen richten können. Dieses Mal wollen wir die Frage stellen:

Wie gehen wir miteinander um und was hat das mit Kommunikation zu tun?

Wir wollen damit eine Auseinandersetzung dazu anstoßen wie sich Verhaltensvorstellungen und gesellschaftliche Prägungen auf unsere Zusammenhänge auswirken. Dabei wollen wir den Raum für folgende Fragen öffnen:

  • Wieso ist die Auseinandersetzung mit Verhalten und Kommunikation für uns relevant?
  • Welche Verhaltens- und Kommunikationsmuster erkennen wir in unseren Bezügen und werden diese unseren herrschaftskritischen Ansprüchen gerecht?
  • Worüber wird gesprochen und worüber nicht?
  • Welcher Umgang kann den Zusammenhalt und das Vertrauen ineinander stärken, v.a wenn es darum geht auf lange Sicht gemeinsam Projekte zu entwickeln und Unterstützung zu finden wenn wir alleine nicht mehr weiter kommen?

Das kann beispielsweise bedeuten über Gefühle der Desillusionierung oder des Nicht-mehr-Weiter Könnens – die uns in unserer Praxis oft begegnen – zu sprechen. Viele die darunter leiden, ziehen sich oftmals in der Annahme „unbrauchbar“ oder „unfähig“ zu sein aus ihren Bezügen zurück, kommen teilweise nicht mehr wieder. Dies hinterlässt nicht nur klaffende Wunden im Zusammenhalt, es erschwert auch eine konstruktive Auseinandersetzung mit ihren Ursachen (z.b Leistungsdruck, hohe Ansprüche) und einen Lernprozess der dabei helfen kann geeignete Mechanismen für kollektive Unterstützung zu finden.

Daran anschließend möchten wir den Abend dazu nutzen über den Text „An Alle „Wütenden““ zu sprechen. Den Text findet auf einem weiteren Beitrag am Blog

Wir freuen uns auf euer Kommen!

externer Diskussionsbeitrag: An alle „Wütenden“

Vorbemerkung: Dieser Text stammt nicht von „uns“, wir finden aber, dass er wichtige Punkte aufgreift. Daher wollen wir ihn weiter verbreiten; außerdem wird er einen Diskussionsinput für unsere nächste Diskussion am So, 19.11. (Einladung folgt) darstellen.

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Wut, Hass und vielleicht Freude sind oft die einzigen Emotionen, die
wir anderen zeigen. Alles andere wäre ja schwach und rebellische
Menschen müssen ja angeblich stark und „hoart“ sein. Doch Gefühle sind
nicht schwach! (Wenn eins das so sieht, wäre es vielleicht angebracht, unter
anderem
nochmal zum Thema Feminismus zu reflektieren.)
Trauer, Angst, „schlecht drauf sein“,… , gehören gleichermaßen zum
(widerständischen) Leben dazu, wie eben Wut oder schöne Gefühle! Auch
darüber sollte geredet werden. Aber viel zu oft saß ich auf Treffen, wo
ich bei der Hälfte der Menschen gemerkt habe, dass es ihnen psychisch nicht
gut geht, sie depressiv, überarbeitet oder sonst wie zerstört wirkten.
Dies wurde aber meist von keiner*m der Anwesenden angesprochen. Wenn
doch, dann kam sehr schnell eine Reaktion a la: „Ach lass uns doch
nicht über so ’nen Hippie-Scheiß reden, besprech‘ ma doch wichtige(re) Dinge!“
Eins muss ja nicht gleich den Gefühlszustand tanzend ausdrücken. Es
zu thematisieren finde ich jedoch unerlässlich, insbesondere, wenn eins
vor hat, langfristig widerständig zu wirken.
Reden wir nicht immer davon, wie wichtig solidarisches Verhalten und
aufeinander aufpassen ist? Sollten wir dann nicht bei den Menschen, mit
denen wir gemeinsam Sachen machen damit anfangen? Ganz ehrlich, ist es
nicht wichtig den psychischen Zustand mit rein zu nehmen? Könnte das nicht
Vertrauen, Zusammenhalt und Motivation fördern? Und sind das nicht
wichtige Elemente beim gemeinsamen Planen und Handeln?
Ein wirklich ernst gemeintes „Wie geht es dir?“ kann dafür ein guter
Anfang sein, doch einer ehrliche Antwort stehen oft einige Hindernisse im
Weg.
Einige sind es vielleicht nicht gewohnt, darüber offen zu sprechen, dann
kann dies schwer fallen. Eins kann ja mit kleinen Schritten anfangen.
Wie wäre es dabei anstatt „ja, passt eh.“ zu sagen, vielleicht mit „mir
geht es gerade nicht so gut.“ zu antworten.
Andere finden es vielleicht unangenehm, dass sich jemensch um sie sorgt und
Energie für ihr Wohlbefinden aufwendet. Wenn unser Ziel jedoch eine
Gesellschaft ist, in der es allen möglichst gut geht, sollten wir dann
nicht auch darauf schauen, dass es bei uns selber auch so ist und
Unterstützung annehmen, wenn es uns schwer fällt alleine dahin zu kommen?
Sicher gibt es noch viele weitere Gründe warum oft nicht darüber
geredet wird, wie es uns geht. Ich will jetzt gar nicht auf alles
eingehen. Sondern probieren zu ermutigen, dies vielleicht beim nächsten
Treffen anzusprechen. Egal ob es dir gerade nicht so gut geht und du es von
deiner Seite aus thematisierst oder du merkst, dass es bei wem anderen
der Fall ist und du anbietest zuzuhören. Eine andere Möglichkeit kann es
auch sein, dies erst mal auf einer Metaebene in die Gruppe einzubringen.
Ich würde es auf jeden fall cool finden, wenn in möglichst vielen Gruppen
versucht wird eine Atmosphäre zu schaffen, in welcher eins sich sicher fühlt
sich ein weinig mehr zu öffnen, sich trauen kann Gefühle anzusprechen und
endlich diese pseudo-harte Attidtüde abgelegt wird.
Denn wie gesagt, Emotionen sind nicht schwach, sondern gehören einfach zum
Leben dazu!

Anarchist Cafe, Fr. 10.11.: How are we communicating our ideas to be approachable for non-Anarchists too?

English version below! This time our discussion will be in english if german language is a barrier for you

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Wie kommunizieren wir unsere Ideen, damit sie auch für nicht-Anarchist_innen zugänglich sind?

Diesmal wollen wir ausdrücklich zu keiner Theoriediskussion, sondern zu einem gemütlichen Erfahrungsaustausch einladen! Wir wollen uns gegenseitig erzählen, welche Menschen, Erfahrungen und Inhalte uns einen Zugang zu anarchistischen Gedanken geöffnet haben.

War es ein_e Freund_in, die uns Anarchismus näher gebracht hat? War es ein Buch, ein Plakat, ein Sticker? War es eine Diskussion? War es eine Musikrichtung die uns durch gesellschaftskritische Texte zum Nachdenken angeregt hat?

Was war der erste Funken und wie gings danach mit unserer Ideenentwicklung weiter? …

Wie weit du ins Detail gehen willst, entscheidest natürlich immer du selbst!

Dabei geht es uns nicht (nur) ums Geschichtenerzählen. Wir denken, dass oft vergessen wird, wie schwierig es sein kann, die bürgerlichen Normen und Denkweisen zu durchbrechen. Wie ungewohnt anarchistische Ideen auf Menschen, die noch nicht so viel damit zu tun hatten, wirken können (oft hören wir: zu aggressiv, zu utopisch, zu komplex…).

Wir wollen diesen persönlichen Austausch als Anstoß nutzen, um uns mit der Kommunizierbarkeit unserer eigenen Ideen auseinanderzusetzen. Letztlich soll es um die Frage gehen: Welche Art der Kommunikation hat/hätte mir „damals“ geholfen, einen Zugang zu Herrschaftskritik zu finden?

Was können wir daraus lernen um heute Menschen zu erreichen bzw. unsere Ideen zu kommunizieren?

Wir freuen uns auf euer Kommen!

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How are we communicating our ideas to be approachable for non-Anarchists too?

This time we don‘t want to invite to a theoretical discussion but to an relaxed exchange of experiences! We want to talk about which people, experiences and contents led us to anarchist ideas.

Was it a friend who brought us closer to Anarchism? Was it a book, a poster, or a sticker? Was it a discussion? Was it a music style of which the socio-critical lyrics were thought-provoking for us?
What was the first spark and how was the further development of our ideas?
How much you want to go into detail is up to you!

Its not just about telling stories. We think that it is often forgotten how hard it is to break through the bourgeois norms and modes of thought. How odd anarchist ideas seem to people who haven‘t dealt with it yet (we often hear they‘re too agressiv, too utopistic, too complex,…)
We want to use this personal exchange as an impuls to discuss the communicability of our ideas.
Eventually it‘s supposed to be about the questions: Which type of communication would have helped me to find an approach to criticism of domination? What can we learn from that to reach people respectively to communicate our ideas?

We are looking forward to seeing you!

Anarchistisches Café am So, 5.11.: Wie kommunizieren in einer zunehmend digitalen, „smarten“ Welt?

Plakate, die Veranstaltungen bewerben, werden immer seltener. Teilweise lädt kein Flyer mehr zur Demo ein, sondern eine chat-Gruppe, facebook oder twitter.

Dieser Wandel an Kommunikationsmittel zieht sich durch die gesamte Gesellschaft, deren Kritiker_innen nicht selten eingeschlossen.

Es gibt Argumente, die sich klar gegen die Verwendung von facebook und Co. stellen, indem sie deren Funktion als Datenklau- und Überwachugs(hilfe)-Konzerne betonen.

Andere Sichtweisen sind zwiespältig: So können soziale Netzwerke dezentrale Organisation und spontanen Austausch ermöglichen, sind aber andererseits anfällig für Repression und Überwachung.

Aber auch klar positive Argumente sind zu finden. Immerhin können durch sog. soziale Netzwerke viel einfacher und schneller Menschen erreicht werden als das bei „klassischen“ Kommunikationsmitteln wie Plakaten und Flyern der Fall ist.

Im diesmaligen Café wollen wir uns mit der Thematik herrschafts- und selbstkritisch auseinandersetzen und uns z.B. folgende Fragen stellen:

  • Was kann eine herrschaftskritische Perspektive auf die Nutzung von Plattformen wie Facebook und Co. sein?
  • Haben sog. soziale Netzwerke etc. widerständiges Potential?
  • Wie gehen wir mit einem gesellschaftlichen Normalzustand um, in dem sog. soziale Netzwerke mittels smart devices die gängige Kommunikationsform darstellen?
  • Inwiefern begünstigen bzw. begründen facebook usw. einen gesellschaftlichen Normalzustand, wo u.a. die Zustimmung zu Überwachung und (freiwillige) Datenpreisgabe selbstverständlich ist?
  • Laufen Anarchist_innen, wenn sie die Nutzung dieser Kommunikationsplattformen verweigern, in Gefahr, kaum mehr (neue, meist junge) Menschen mit ihren Ideen zu erreichen?

 

Wir freuen uns auf euer Kommen!

vom Anarchistischen Café nun endlich ein Update zum Raumprojekt!

ENGLISH

Was ist nun eigentlich aus dem Raumprojekt geworden?
Im April haben wir dank der Unterstützung vieler Menschen erste Kohle für die Raumsuche in Wien aufstellen können. Nach kurzer Zeit mussten wir leider feststellen, dass die Mieten in Wien dermaßen hoch sind, dass wir einen ganzen Raum in derzeitiger Besetzung nicht stemmen können. Da unser Wunsch nach einem anarchistischen Treffpunkt in Wien aber nach wie vor groß ist, haben wir beschlossen uns nach anderen Möglichkeiten umzusehen, um unsere Ideen umsetzen zu können.

So entstand noch vor dem Sommer das Anarchistische Café im Perpetuum Mobile. Das Anarchistische Café soll es ermöglichen den Austausch unter Anarchist*innen in Wien zu fördern. Dafür veranstalten wir regelmäßig Diskussionen rund um gelebten Anarchismus, tauschen uns aus über Erfahrungen im Kampf gegen alltägliche Formen der Unterdrückung und teilen unsere persönlichen und kollektiven Revolutionsvorstellungen. Wir kommen zusammen zu Filmabenden und kochen gemeinsam vegan. Dazu laden wir alle Anarchist*innen und Interessierte gerne ein! Ein Ziel des Projekts ist es antiautoritäre Inhalte zugänglich und greifbar zu machen und dabei möglichst auch Szenegrenzen zu überschreiten. Es ist uns wichtig unsere Inhalte so zu gestalten, dass auch unsere Nachbar*innen und jüngere Menschen zum gemütlich Zusammenkommen und über Anarchie plaudern vorbei kommen können. Um dies zu ermöglichen, findet mindestens eine Veranstaltung im Monat auf Englisch statt und es gibt eine kleine Bücherei zum Ausleihen anarchistischer Literatur. Wir freuen uns, falls ihr die anarchistische Leseecke mit Büchern oder Broschüren unterstützen wollt!

Was uns noch wichtig ist: Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Diskussionen über Theorien gut und wichtig sind, um unsere Analysen zu schärfen. Dabei wollen wir uns immer bewusst halten, dass es aber genauso wichtig ist, persönliche Auseinandersetzungen über Dominanz im zwischenmenschlichen Umgang anzukurbeln, um daraus gemeinsame Perspektiven zu entwickeln. Unsere Veranstaltungen wollen wir daher auch dazu nutzen, uns Zeit zu nehmen um Stimmungen und Spannungen anzusprechen und gemeinsam Ideen zu spinnen, wie wir in Zukunft unsere Zusammenhänge in Wien stärken können.

Wir haben die Suche nach einem neuen Raum für Wien vorerst beendet, um uns mit voller Aufmerksamkeit dem Anarchistischen Café zu widmen. Die gesammelte Solikohle fließt dabei in den Erhalt der Infrastruktur im Perpetuum Mobile (Renovierung, etc.) und die Miete. Wir wollen, dass die Idee des Raumprojekts aber nicht in der Schublade der unerfüllten Wünsche verschwindet. Sollte aus der Lust auf ein solches Projekt eine Initiative entstehen, möchten wir die Umsetzung gerne unterstützen und zu einem offenen Treffen im Perpetuum Mobile einladen. Falls dafür Interesse besteht, schreibt uns gerne eine E-mail (acafewien@riseup.net).

In Zukunft findet das A-Café immer abwechselnd Sonntag und Freitag, 4 Mal im Monat, ab 18 Uhrim Perpetuum Mobile (15., Geibelgasse 23) statt. Wobei es Sonntags immer inhaltliche Inputs in unterschiedlichen Formen gibt und an den Freitagen der Schwerpunkt darauf liegt, sich auszutauschen, in der Bibliothek zu schmökern oder was auch immer euch einfällt.
Die genauen Termine und das Programm findet ihr HIER.
Und außerdem auf zeit.diebin.at und gegendielangeweile.net

Wir freuen uns auf einen Kaffee mit euch!
Liebe und solidarische Grüße,
das A-Café